13. August 2018

Tipps

5 Tipps für kühle Räume im Sommer

5 Tipps für kühle Räume im Sommer

Das Wetter und wir Deutschen – das ja so eine Sache für sich: zu kalt, zu warm, zu nass, zu trocken … recht machen kann man es uns nur selten. Auch im Sommer 2018 stöhnen wir über tropische Temperaturen. Selbst in Schleswig-Holstein schwitzen wir bei (bisherigen) Top-Temperaturen von 36 Grad. Wer keine Klimaanlage zu Hause hat, muss auf andere Weise für angenehme Temperaturen in den Wohnräumen sorgen. Die folgenden Tipps bieten schnelle Hilfe für kühle(re) Wohnräume.

Bauliche Maßnahmen: der beste Schutz gegen die Hitze

Bevor wir zu den Tipps kommen, schnell noch ein paar Infos zum Thema bauliche Maßnahmen. Denn die richtigen baulichen Maßnahmen sind noch immer die beste Möglichkeit, den Wohnraum auch bei extremen Außentemperaturen angenehm kühl zu halten. Schon bei der Bauplanung sollte auf einen wirksamen Wärmeschutz für sommerliche Temperaturen geachtet werden. Maßgeblich sind dabei die Energie­einspar­verordnung (EnEV) und die DIN 4108-2 »Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindest­anforderungen an den Wärmeschutz«.

Folgende Faktoren spielen beim Thema Wärmeschutz eine Rolle:

  • Bauweise: Die Bauweise und die eingesetzten Materialien beeinflussen die Fähigkeit zur Temperaturleitung und Wärme­speicherung erheblich. Massive Bauteile, bspw. Beton und Mauerwerk, sind sehr gute Wärmespeicher: Tagsüber nehmen sie Wärme auf, in den kühlen Abend- und Nachstunden geben sie diese wieder ab (»Phasenverschiebung«). Durch geöffnete Fenster während der Nacht lässt sich die Abkühlung der Bauteile unterstützen (Nachtauskühlung). Leichtbauteile, bspw. gedämmte Holzkonstruktionen, sind wegen ihrer geringeren Masse keine guten Wärmespeicher. Nicht die Art der Dämmung ist dabei das ausschlag­gebende Kriterium, sondern der Aufbau der Bauteile (Wärmedämmung, Dampfsperre, Innenbeplankung aus wärmespeicher­fähiger Schicht, bspw. Holzwerkstoffplatte, Gipskarton).
  • Fenster: Die Art der Verglasung ist ein, wenn nicht der entscheidende Faktor. Darüber hinaus gilt: Je größer die Fensterfläche, desto stärker die Sonnen­einstrahlung und desto höher die Temperatur im Wohnraum. Das Wohnzimmer ist oftmals der Raum mit der größten Fensterfläche, gerade wenn ein Balkon oder eine Terrasse angeschlossen ist.
  • Ausrichtung nach Himmelsrichtungen: Ist eine Fensterfront gen Süden ausgerichtet, heizt sich der Raum durch die Sonnen­einstrahlung schneller auf, als bspw. auf einer sonnen­abgewandten Seite.
  • Sonnen­schutz­maßnahmen: Grundsätzlich sind außenliegende Sonnenschutzmaßnahmen wie Markisen und Jalousien wirkungsvoller als innenliegende, da sie die Fenster vor Sonnen­einstrahlung schützen und die Wärmeeinwirkung verhindern. Achtung: Vor dem Anbringen von außenliegenden Sonnen­schutz­maßnahmen unbedingt vorher mit dem Vermieter sprechen!

Wir beraten Sie übrigens gern zum Thema Wärmeschutz und Wärmedämmung.

5 Tipps gegen warme Räume

Nun kann nicht jeder eine Markise oder Jalousie anbringen, wenn das Thermometer unerbittlich in die Höhe klettert. Mit ein paar Tricks können Sie die Temperatur in Ihren Wohnräumen senken und so für ein angenehmeres Klima sorgen.

1. Richtig lüften im Sommer

Bei hohen Außentemperaturen sollten Sie die Fenster und Türen geschlossen halten. Ist die warme Luft erst einmal in der Wohnung, werden Sie sie so schnell nicht wieder los. Lüften Sie daher abends oder nachts, wenn die Außentemperatur gesunken ist. Achtung: Am effektivsten lüften Sie, wenn Sie in mehreren Zimmern die Fenster ganz öffnen (nicht nur kippen) und so für Durchzug sorgen. Lassen Sie, wenn möglich, einige Fenster über Nacht offen und schließen Sie die Fenster am Morgen, damit keine waren Luft in den Wohnraum gelangt.

2. Räume abdunkeln

Je weniger Sonnenlicht in den Wohnraum gelangt, desto kühler bleibt es dort. Jalousien und Fensterläden sind die effektivsten Maßnahmen gegen Sonnen­einstrahlung, da sie außen angebracht sind und so ein Aufheizen der Fensterscheibe verhindern. Laut der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) verringern diese Maßnahmen die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent! Aber auch Markisen, Rollos und (blickdichte) Vorhänge sorgen dafür, dass sich der Wohnraum nicht so stark aufheizt. Darüber hinaus gibt es Folien, die auf der Fensterscheibe angebracht werden und die Sonneneinstrahlung verringern.

3. Feuchte Tücher aufhängen

Feuchte Tücher oder Laken sind eine gute Möglichkeit, um die Raumtemperatur zu senken. Dazu befeuchten Sie Handtücher oder Bettlaken mit kaltem Wasser (gut auswringen) und hängen diese anschließend bspw. an den Türrahmen. Beim Trocknen sorgt die Verdunstung des Wassers in den Laken dafür, dass die Raumtemperatur sinkt. Achtung: Gleichzeitig steigt dadurch natürlich die Feuchtigkeit in der Raumluft.

4. Elektrogeräte ausschalten

Ein Faktor, der gern übersehen wird: Elektrogeräte geben Wärme ab und heizen damit die Raumluft auf. Schalten Sie daher Geräte nur dann ein, wenn Sie sie wirklich nutzen (bspw. Computer, Fernseher, Lampen). Als netter Nebeneffekt wirkt sich das auf Ihre nächste Stromrechnung aus.

5. Ventilator verwenden

Ein Ventilator sorgt zwar nicht dafür, dass die Raumluft kälter wird (siehe Punkt 4: Elektrogeräte erzeugen Wärme!). Durch den erzeugten Luftstrom auf der vom Schweiß feuchten Haut empfinden wir jedoch zumindest eine kühlende Wirkung (Verdunstungseffekt). In den kühlen Abend- und Nachtstunden können Sie den Ventilator mit dem Rücken zum offnen Fenster oder der Balkontür stellen und so dafür sorgen, dass die kühlere Außenluft schneller in die Räume gelangt. Tipp: Eine »DIY-Klimaanlage« können Sie ebenfalls basteln: Dazu ein paar Eiswürfel auf einen Teller geben und den Luftzug des Ventilators auf die Eiswürfel richten.

Wir wünschen Ihnen einen tollen Sommer!

Autor: Marian Draguhn
Artikelfoto: iStock.com/DragonImages

ZUM BLOG