Tipps rund ums Haus

Bauliche Maßnahmen + 5 Tipps für kühle Räume im Sommer

Wer zuhause keine Klimaanlage hat, kann im Sommer schnell ins Schwitzen kommen. Wie bauliche Maßnahmen der Hitze entgegenwirken können plus unsere fünf Tipps für kühle(re) Wohnräume.

Auch wenn wir Deutschen uns liebend gern über »keinen richtigen« Sommer beschweren, zeigen die Statistiken, dass unsere Sommer aufgrund des Klimawandels immer höhere Temperaturen mitbringen. Wir geben praktische Tipps und Ratschläge, wie Sie Ihre Räume kühl halten können – von der optimalen Nutzung von Sonnenschutz über die Verbesserung der Luftzirkulation bis hin zur Nutzung von technologischen Lösungen.

Bauliche Maßnahmen: der beste Schutz gegen Hitze

Bevor wir zu den Tipps kommen, ein paar Infos zum Thema bauliche Maßnahmen. Denn die richtigen baulichen Maßnahmen sind die beste Möglichkeit, den Wohnraum auch bei extremen Außentemperaturen angenehm kühl (und im Winter warm) zu halten.

Schon bei der Bauplanung sollte auf einen wirksamen Wärmeschutz für sommerliche (und winterliche) Temperaturen geachtet werden. Maßgeblich sind dabei die Energie­einspar­verordnung (EnEV) und die DIN 4108-2 »Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindest­anforderungen an den Wärmeschutz«.

Folgende Faktoren spielen beim Thema Wärmeschutz eine Rolle:

  • Bauweise: Die Bauweise und die eingesetzten Materialien beeinflussen die Fähigkeit zur Temperaturleitung und Wärme­speicherung erheblich. Massive Bauteile, bspw. Beton und Mauerwerk, sind sehr gute Wärmespeicher: Tagsüber nehmen sie Wärme auf, in den kühlen Abend- und Nachstunden geben sie diese wieder ab (»Phasenverschiebung«). Durch geöffnete Fenster während der Nacht lässt sich die Abkühlung der Bauteile unterstützen (Nachtauskühlung). Leichtbauteile, bspw. gedämmte Holzkonstruktionen, sind wegen ihrer geringeren Masse keine guten Wärmespeicher. Nicht die Art der Dämmung ist dabei das ausschlag­gebende Kriterium, sondern der Aufbau der Bauteile.

  • Wärmedämmung: Eine gute Wärmedämmung der Gebäudehülle hilft, die Sommerhitze draußen zu halten. Dazu gehören hochwertige Dämmmaterialien für Dach, Wände und Fenster. Eine gut isolierte Gebäudehülle verhindert, dass die Außenhitze ins Innere gelangt und sorgt für angenehmere Raumtemperaturen.

  • Fenster mit Wärmeschutzverglasung: Die Art der Verglasung ist ein, wenn nicht der entscheidende Faktor. Der Einbau von Fenstern mit spezieller Verglasung reduziert die Wärmeübertragung und das Eindringen von Sonnenstrahlen. Diese Fenster blockieren einen Teil der Sonnenwärme und halten den Raum kühl. Darüber hinaus gilt: Je größer die Fensterfläche, desto stärker die Sonnen­einstrahlung und desto höher die Temperatur im Wohnraum. Das Wohnzimmer ist oftmals der Raum mit der größten Fensterfläche, gerade wenn ein Balkon oder eine Terrasse angeschlossen ist.

  • Ausrichtung nach Himmelsrichtungen: Ist eine Fensterfront gen Süden ausgerichtet, heizt sich der Raum durch die Sonnen­einstrahlung schneller auf, als bspw. auf einer sonnen­abgewandten Seite.

  • Außenverschattung: Die Installation von außenliegenden Sonnenschutzsystemen wie Rollläden, Markisen oder Jalousien bietet effektiven Schutz vor Sonneneinstrahlung und Hitze. Außenliegende Sonnenschutzmaßnahmen sind grundsätzlich wirkungsvoller als innenliegende, da sie die Fenster vor Sonnen­einstrahlung schützen und die Wärmeeinwirkung verhindern. Mieter*innen aufgepasst: Vor dem Anbringen von Außenverschattungen unbedingt vorher mit der Vermieterin bzw. dem Vermieter sprechen!

  • Gebäudebegrünung: Keine bauliche Maßnahme, dennoch effektiv. Eine Dach- oder Fassadenbegrünung kann zur Kühlung der Räume beitragen. Die Pflanzen absorbieren Sonnenenergie und verdunsten Wasser, wodurch die Umgebungstemperatur gesenkt wird.

  • Kühlungssysteme: Der Einbau von fest installierten Klima- oder Lüftungsanlagen mit Kühlfunktion ist eine effektive Möglichkeit, die Raumtemperatur zu regulieren. Moderne Systeme ermöglichen eine zielgerichtete Kühlung und bieten angenehme Raumtemperaturen bei Bedarf.

Wir beraten Sie übrigens gern zu Wärmeschutz sowie Wärmedämmung und sind Ihr Partner für eine nachträgliche energetische Sanierung.

5 Tipps gegen warme Räume

Nun kann nicht jede*r eine Markise oder Jalousie anbringen, wenn das Thermometer unerbittlich in die Höhe klettert. Mit ein paar Tricks können Sie die Temperatur in Ihren Wohnräumen senken und so für ein angenehmeres Klima sorgen.

  • Richtig lüften: Bei hohen Außentemperaturen sollten Sie die Fenster und Türen geschlossen halten. Ist die warme Luft erst einmal im Haus, werden Sie sie so schnell nicht wieder los. Lüften Sie daher abends oder nachts, wenn die Außentemperatur gesunken ist. Am effektivsten lüften Sie, wenn Sie in mehreren Zimmern die Fenster ganz öffnen (nicht nur kippen) und so für Durchzug sorgen. Lassen Sie, wenn möglich, einige Fenster über Nacht offen und schließen Sie die Fenster am Morgen, damit keine warme Luft in den Wohnraum gelangt. Insektenschutz vor den Fenstern hält Mücken und Co. fern.

  • Räume abdunkeln: Je weniger Sonnenlicht in den Wohnraum gelangt, desto kühler bleibt es dort. Jalousien und Fensterläden sind die effektivsten Maßnahmen gegen Sonnen­einstrahlung, da sie außen angebracht sind und so ein Aufheizen der Fensterscheibe verhindern. Laut der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) verringern diese Maßnahmen die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent! Aber auch Markisen, Rollos und (blickdichte) Vorhänge sorgen von innen dafür, dass sich der Wohnraum nicht so stark aufheizt. Darüber hinaus gibt es Folien, die auf der Fensterscheibe angebracht werden und die Sonneneinstrahlung verringern.

  • Feuchte Tücher aufhängen: Feuchte Tücher oder Laken sind eine gute Möglichkeit, um die Raumtemperatur zu senken. Dazu befeuchten Sie Handtücher oder Bettlaken mit kaltem Wasser (gut auswringen) und hängen diese anschließend im Raum auf. Beim Trocknen sorgt die Verdunstung des Wassers in den Laken dafür, dass die Raumtemperatur sinkt. Achtung: Gleichzeitig steigt dadurch natürlich die Feuchtigkeit in der Raumluft.

  • Elektrogeräte ausschalten: Ein Faktor, der gern übersehen wird: Elektrogeräte geben Wärme ab und heizen damit die Raumluft auf. Schalten Sie daher Geräte nur dann ein, wenn Sie sie wirklich nutzen (bspw. Computer, Fernseher, Lampen). Als netter Nebeneffekt wirkt sich das auf Ihre nächste Stromrechnung aus. Vermeiden Sie außerdem die Verwendung von Backöfen, Herdplatten oder anderen Wärmequellen in den heißesten Stunden des Tages. Entscheiden Sie sich stattdessen für leichtere Gerichte oder nutzen Sie die Möglichkeit, im Freien zu grillen.

  • Ventilator verwenden: Ein Ventilator sorgt zwar nicht dafür, dass die Raumluft kälter wird, durch den erzeugten Luftstrom auf der vom Schweiß feuchten Haut empfinden wir jedoch zumindest eine kühlende Wirkung (Verdunstungseffekt). In den kühlen Abend- und Nachtstunden können Sie den Ventilator mit dem Rücken zum offenen Fenster oder der Balkontür stellen und so dafür sorgen, dass die kühlere Außenluft schneller in die Räume gelangt. Tipp: Eine »DIY-Klimaanlage« können Sie ebenfalls basteln: Stellen Sie eine Schüssel mit kaltem oder Eiswasser vor den Ventilator. Dadurch wird die Verdunstungskühlung verstärkt und kühle Luft im Raum verteilt.

Wir wünschen Ihnen einen tollen Sommer!

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