Wissen für Bauherr*innen

Einsicht in den Bebauungsplan: Pflicht für Häuslebauer*innen

Ein Haus ganz nach Ihren Vorstellungen bauen? Das geht in Deutschland leider nicht ohne Weiteres. Warum Sie als Bauherr*in »Ihren« Bebauungsplan kennen müssen.

Was ist ein Bebauungsplan?

Der Bebauungsplan (kurz B-Plan) regelt die Nutzung und Bebauung eines Grundstückes innerhalb eines Gebietes. Einfacher gesagt: Der Bebauungsplan legt fest, was wo wie gebaut werden darf – sowohl die Art und Weise der Bebauung von Grundstücken als auch die Nutzung einer von Bebauung frei zu haltenden Fläche.

Der Bebauungsplan wird von der jeweiligen Gemeinde erstellt und ist für jede*n zur Einsicht freigegeben. Als Bauherr*in sollten Sie Angaben zum entsprechenden Grundstück (zum Beispiel Gemarkung, Flur- und Grundstücksnummer) mitbringen.

Im Gegensatz zum Flächennutzungsplan, der die Nutzung für das Gemeindegebiet bestimmt, greift der Bebauungsplan bei kleineren Flächen innerhalb des Gemeindegebiets (Gruppe von Grundstücken oder Ortsteile) und legt fest welche Anforderungen an das dort zu errichtende Objekt gestellt werden. Aus diesem Grund gelten Bebauungspläne nicht ortsteilübergreifend.

Beispiel eines Bebauungsplans
Beispiel eines Bebauungsplans (Pullach im Isartal), via Wikimedia Commons

Was regelt der Bebauungsplan?

Als verbindlicher Bauleitplan ist der B-Plan für Hausbauer*innen wichtig, da er nach Baunutzungsverordnung u.a. folgende Punkte definiert:

  • Zulässige Nutzung: Wohn-, Gewerbe- oder gemischte Nutzung

  • Baugrundstücke: Größe und Form der Baugrundstücke

  • Baugrenzen: Lage der Baukörper auf dem Grundstück, Abstände zu Grundstücksgrenzen

  • Bauweise: Zulässigkeit von Einzel- oder Doppelhäusern, Reihenhäusern sowie Mehrfamilienhäusern

  • Geschossigkeit: Anzahl der erlaubten Geschosse

  • Bauhöhe: maximale Höhe der Gebäude

  • Dachform: Art der Dachform, z.B. Satteldach oder Flachdach

  • Gestaltungsvorgaben: Vorschriften zur äußeren Gestaltung, z.B. Materialien, Farben oder architektonische Merkmale

  • Stellplatzvorgaben: Anzahl und Lage von Stellplätzen oder Garagen

  • Erschließung: Anbindung an das Verkehrsnetz, z.B. durch Straßen oder Wege

  • Grünflächen: Vorgaben für öffentliche Grünflächen oder private Gärten

  • Lärmschutz: Schutzmaßnahmen gegen Lärm, z.B. von Straßen oder Gewerbebetrieben

  • Umweltschutz: Bestimmungen zum Schutz der Umwelt und des Naturraums

Selbst bestimmen dürfen Bauherr*innen nur über das, was nicht im Bebauungsplan geregelt ist, daher ist die Einsicht in den Bauplan Pflicht!

Warum ein Bebauungsplan?

Der Bebauungsplan verfolgt, vereinfacht gesagt, die städtebauliche Ziele des Baugesetzbuches (§ 1 Abs. 5 BauGB) und dient unter anderem dazu,

  • optisch einheitliche Gebiete entstehen zu lassen,

  • eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten,

  • die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen einzuhalten,

  • die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen zu übernehmen,

  • die menschenwürdige Umwelt erhalten bleibt,

  • den Schutz und die Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern,

  • dem Klimaschutz beizutragen,

  • die städtebauliche Gestalt zu erhalten und

  • die baukulturelle Erhaltung und Entwicklung des Orts- und Landschaftsbildes zu wahren.

Dabei sind die Ziele der Raumordnungsplanung zu beachten (§ 1 Abs. 4 BauGB). In einem Katalog von elf Gesichtspunkten (§ 1 Abs. 6 BauGB), die bei der Planung besonders zu berücksichtigen sind, finden sich Regelungen zu gesunden Wohn- und Arbeitsverhältnissen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen, Denkmalschutz, Belangen des Umweltschutzes (sehr umfangreich) sowie der Wirtschaft und des Verkehrs.

Die Bauleitpläne sind »aufzustellen, sobald und soweit es für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung erforderlich ist« (§ 1 Abs. 3 BauGB). Die Entscheidung hierüber liegt bei der Gemeinde. Solange die Beurteilung eines Bauvorhabens im Innenbereich problemlos nach § 34 BauGB möglich ist, kann auf einen Bebauungsplan verzichtet werden.

Informationen zu Bebauungsplänen für die Hansestadt Lübeck

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