30. Oktober 2018

Jahreszeiten

Schützen Sie Ihr Zuhause vor Frostschäden

Schützen Sie Ihr Zuhause vor Frostschäden

Wenn es draußen klirrend kalt ist und sich der Schnee über Bäume und Häuserdächer legt, machen wir es uns gern zu Hause gemütlich. Doch damit Schnee und Eis dem Eigenheim nichts anhaben können, ist es wichtig, dieses vor Schäden durch Eis und Frost zu schützen. Was Sie als Hausbesitzer im Winter beachten müssen, damit Sie gut durch die kalte Jahreszeit kommen.

Schnee und Eis am Haus

Wasser ist Gift für das Mauerwerk, egal in welcher Form. Auch als Schnee und Eis kann es dem Mauerwerk schaden. Daher sollten Schneeverwehungen an Hausecken, Fenstern und Türen (insbesondere Terrassen- und Balkontüren) regelmäßig geräumt werden. Beim Schneeräumen sollten Sie darauf achten, dass Sie den geräumte Schnee nicht an der Hauswand auftürmen, da das Wasser bei einsetzendem Tauwetter leicht ins Mauerwerk eindringen kann. Besser: Schaufeln Sie den Schnee mit etwas Abstand zur Hauswand oder gleich in den Garten. Schnee auf dem Dach muss ggf. ebenfalls beseitigt werden, um Feuchtigkeitsschäden in der Dachkonstruktion durch Tauwasser, das nicht richtig ablaufen kann, zu vermeiden. Solche Feuchteschäden sollten Sie umgehend beseitigen lassen, da nasse Wärmedämmung schimmelt und nicht mehr isoliert.

Verletzungsgefahr durch Schnee und Eis

Als Hausbesitzer tragen Sie auf Ihrem Grundstück die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Im Winter gilt daher die Räum- und Streufplicht für alle Wege rund um Ihr Grundstück. Sie müssen jedoch nicht nur die Wege von Schnee und Eis befreien, sondern auch dafür Sorge tragen, dass keine Gefahr für Dritte durch vom Dach fallende Eiszapfen besteht. Entfernen Sie große Eiszapfen, indem Sie sie einfach abschlagen. Sollte das nicht möglich sein, muss der Bereich darunter für Dritte gesperrt werden. Übrigens: Eiszapfen sind ein Zeichen dafür, dass die Dachrinne verstopft ist.

Rohrbruch verhindern

Bei niedrigen Temperaturen können im Wasserrohre einfrieren und im schlimmsten Fall platzen – Wasserrohrbruch. Das kann erhebliche Schäden und Kosten nach sich ziehen. Wohnräume, auch nicht genutzte, sollten daher immer beheizt sein. Es genügt nicht, das Thermostat am Heizkörper auf das Schneeflocken-Symbol zu stellen: der sogenannte Frostwächter sorgt lediglich dafür, dass der Heizkörper nicht einfriert. Besser ist es, das Ventil ein kleines Stück weiter aufzudrehen, damit im Raum eine gewisse Grundwärme herrscht. Auch Kellerräume sollten nach Möglichkeit nicht unbeheizt bleiben.

Für Rohre gibt es fertige Rohrisolationen aus Schaumstoff, Kautschuk, Styropor oder anderem Kunststoff zu kaufen. Achtung: Keinesfalls sollten Behälter eingepackt werden, die erhitzt werden, zum Beispiel Wasserspeicher für Warmwasser. Es besteht Brandgefahr!

Wasserrohr eingefroren – was nun?

Wenn Sie feststellen, dass eine Wasserleitung einfriert, tauen Sie diese mit warmem Wasser oder heißen Tüchern auf. Nach Möglichkeit stellen Sie im entsprechenden Raum eine mobile Heizung auf, die verhindert, dass das Rohr erneut einfriert. Falls möglich, stellen Sie die Wasserzufuhr zur betroffenen Leitung ab und lassen Sie das Wasser aus der Leitung. Im Notfall gilt: Schnell reagieren und einen Fachmann rufen! Viele Installateure oder Wasserversorger betreiben eine Notfallhotline, um bei einem Wasserrohrbruch schnell reagieren zu können.

Tipps gegen Frostschäden (Quelle: bauen.de)

  • Wasserleitungen, die sich im Außenbereich oder unbeheizten Räumen finden und nicht oder nur selten genutzt werden, nach Möglichkeit vom Wasser nehmen und leerlaufen lassen.
  • Alle anderen Wasserhähne, die nicht von der Wasserzufuhr getrennt werden können, aber dennoch möglicherweise Minustemperaturen ausgesetzt sind, vor und nach dem Zubettgehen kurz aufdrehen und laufen lassen. Ist Wasser in Bewegung, gefriert es nicht so schnell wie stehendes Wasser. Herrschen aber dauerhaft Minustemperaturen, nützt diese Maßnahme nichts mehr.
  • Gartenleitungen als Frostschutzkabel verlegen. Diese Wasserleitungen lassen sich elektrisch erwärmen. Zum Teil schalten sie sich bei bestimmten Temperaturen automatisch ein und auch wieder aus.
  • Generell sollte man darauf achten, alle Räume ausreichend zu beheizen. Das gilt insbesondere für ungenutzte Räume und auch dann, wenn man eine Weile nicht anwesend ist.
  • Bei undichten Fenstern oder Außentüren sollten Hausbesitzer die Isolierung ausbessern, damit keine kalte Zugluft auf die Rohre einwirken kann. Dabei unbedingt auch die Kellerfenster prüfen! Im Optimalfall sind Räume, in denen Wasserrohre offen verlegt sind, gedämmt.
  • Im Zweifelsfall können kalte Räume mit einer Standheizung beheizt werden. Das treibt auf Dauer allerdings die Stromkosten in die Höhe. Alternativ können auch einzelne Rohre direkt mit elektrischen Heizbändern aus Metall erwärmt werden. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Rohre selbst aus Metall sind. Die Rohre müssen nur bei Minustemperaturen beheizt werden.
  • Freiliegende Wasserrohre und -speicher sollten mit wärmedämmendem Isoliermaterial vor den kalten Temperaturen geschützt werden. Bei manchen Solaranlagen gibt es einen Wasserspeicher auf dem Dach oder im Dachboden. Diese müssen ebenfalls gegen die Kälte geschützt oder rechtzeitig geleert werden.

Autor: Marian Draguhn
Artikelfoto: pexels.com

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